Unmittelbar
nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurde in Europa die Idee eines Observatoriums
auf der Südhalbkugel geboren, für deren Realisierung sich einige
europäische Staaten zusammenschlossen. Damit sollte der bestehenden
Dominanz der USA entgegengewirkt werden. Die Europäische
Südsternwarte (ESO) wurde 1962 in Paris gegründet und ihr
erstes Observatorium im März 1969 auf dem Cerro La Silla, einem extrem
trockenen Gebiet in Chile, eröffnet.
Derzeit sind folgende
Länder Mitglied von ESO:
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Belgien
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Dänemark
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Deutschland
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Finnland
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Frankreich
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Großbritannien
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Italien
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Niederlande
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Portugal
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Spanien
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Schweden
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Schweiz
ESO betreibt in Chile
das größte Observatorium der Welt:
Auf La Silla
sind 15 Teleskope installiert. Acht der 14 optischen Fernrohre haben einen
Spiegeldurchmesser von mehr als 1 Meter. Damit ist ESO-La Silla das weltweit
größte Observatorium. Zusätzlich beherbergt La Silla das
einzige Radioteleskop für Mikrowellenstrahlung der südlichen
Hemisphäre (SEST). Mit ihm wird insbesondere molekulares Gas um und
zwischen den Sternen untersucht.
Das
Very
Large Telescope:
1987 beschloss ESO eine wesentliche Erweiterung ihrer Forschungsmöglichkeiten,
und errichtete ein zweites Observatorium auf dem Cerro Paranal,
im Norden Chiles. Die 1998 in Betrieb genommene Sternwarte umfasst ein
4-Teleskope-System á 8-Meter Öffnung und erreicht damit die
Lichtsammelfähigkeit eines 16-Meter Teleskops. Es ist das momentan
größte optische Teleskop der Erde.
Die Organisation
von ESO umfasst 400 Mitarbeiter, hat ein jährliches Budget von 95
Millionen Euro wovon 44 Millionen Euro jährlich an Industrieaufträgen
vergeben werden. ESO wird durch eine Reihe von Gremien verwaltet, in denen
alle Mitgliedsländer paritätisch vertreten sind. Zur Zeit werden
mit Finnland, Griechenland und Spanien Beitrittsgespräche geführt.
Die Großsternwarten
der Welt im Vergleich
Der Blick ins All zum Verständnis des Universums benötigt große
Teleskope. Der Bau und Betrieb dieser Großsternwarten erfolgt heute
fast ausschließlich durch Kooperation von Staaten oder Universitäten.
Die Benutzung solcher Großteleskope ist im wesentlichen auf die betreibenden
Kooperationspartner limitiert. Die Zusammenstellung zeigt die aktuellen
Großsternwarten, wobei ein größeres Symbol einen größeren
Spiegeldurchmesser und damit einen "tieferen" Blick ins All repräsentiert.
Die Flaggen geben die kooperierenden Staaten an. Österreichs Möglichkeiten
sind leider - immer noch - wesentlich bescheidener!
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