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Astronomie wird gerne als "Flaggschiff" der Naturwissenschaftten bezeichnet.
Sie spricht breite Kreise der Bevölkerung an, motiviert junge Menschen
oft zur eingehenderen Beschäftigung mit Wissenschaft an sich und liefert
durch ihre hohen technischen und methodischen Anforderungen auch stetige
Impulse für technologische Entwicklungen.
Astronomische Forschung wird in Österreich an den Universitäten Innsbruck, Graz und Wien betrieben. 28 Planstellen (davon 4 ordentliche Professuren) sind derzeit der Astronomie und Astrophysik zugeordnet. Dazu kommen etwa 40 Stellen aus dem Drittmittelbereich (FWF, ÖAW). Etwa 75% der Astronomen in Österreich arbeiten "beobachtungsorientiert", d.h. benützen regelmäßig Teleskope und Satelliten zur Durchführung astronomischer Beobachtungen. Aktuelle Forschungsgebiete sind stellare Astrophysik (FWF Schwerpunkt in Wien 1995-2000), inter/zirkumstellare Materie (Innsbruck), extragalaktische Forschung (Wien und Innsbruck), Planetensysteme (Wien) und Sonnenphysik (Graz). Die internationale Kompetenz der österreichischen Astronomie wurde im Rahmen einer Gesamtevaluation durch die European Astronomical Society (EAS) 1993 und durch den FWF (Schwerpunkts-Evaluation 2001) bestätigt. Trotz der Betonung der beobachtenden Astronomie besitzt Österreich keinen geregelten Zugang zu mittleren und großen Teleskopen an klimatisch guten Orten. Österreichische Projekte werden an Observatorien durchgeführt, an deren Bau und Erhaltung Österreich nicht finanziell beteiligt ist, und sie werden somit auch bei der Beobachtungszeitvergabe nicht gleichberechtigt behandelt. Die Schaffung eines nationalen Teleskopzentrums kommt in der derzeitigen Lage (hohe Investitions- und Erhaltungskosten, mangelnde Personalkapazitäten) nicht in Frage. Daher wird bereits seit geraumer Zeit eine Beteiligung an einer bereits existierenden Infrastruktur angestrebt. Unter diesem Aspekt wurden in den letzten Jahren Strukturbereinigungen in Forschung und Lehre durchgeführt. |